Publiziert am 21.08.2020, von Gregor Favre
Aktualisiert am 27.05.2026

Warum deine Website Besucher hat, aber keine Anfragen generiert

Traffic ist nicht das Problem – Conversion schon. Viele Schweizer KMU-Websites werden regelmässig besucht, aber die Besucher füllen kein Formular aus, rufen nicht an und melden sich nicht. Dieser Artikel zeigt die häufigsten Ursachen – und wie man sie behebt.
Inhaltsverzeichnis

Eine Website, die Besucher anzieht, aber keine Anfragen generiert, ist kein Marketing-Problem. Es ist ein Conversion-Problem. Und das ist lösbar – aber nur, wenn man weiss, wo genau die Besucher abspringen.

Viele KMU investieren in Google Ads, SEO oder Social Media – und wundern sich dann, warum trotz steigendem Traffic die Anfragen ausbleiben. Die Antwort liegt meistens nicht im Kanal, sondern auf der Website selbst.

Die häufigsten Ursachen – und was dahintersteckt

1. Die Website lädt zu langsam

Googles Core Web Vitals messen unter anderem, wie schnell eine Website für den Besucher nutzbar wird. Liegt die Ladezeit über drei Sekunden, verlässt ein erheblicher Teil der Besucher die Seite, bevor sie überhaupt gelesen haben, was du anbietest.

Das ist besonders auf Mobile kritisch – und besonders für Schweizer KMU relevant, weil viele Besucher über das Smartphone auf Unternehmenswebsites kommen. Eine visuell beeindruckende Website mit aufwändigem Motion Design kann hier zum Problem werden, wenn die Performance-Optimierung fehlt.

Was hilft: ein technisches Performance-Audit mit konkreten Massnahmen – Bildkomprimierung, Caching, Lazy Loading, saubere Code-Basis. Keine Design-Überarbeitung, sondern technische Hausarbeit.

2. Der Call-to-Action ist zu schwach oder zu versteckt

Der häufigste Fehler: Es ist nicht sofort klar, was der Besucher als nächstes tun soll. «Kontaktieren Sie uns» als kleiner Link im Footer ist kein Call-to-Action – das ist eine Adressangabe.

Ein wirksamer Call-to-Action steht dort, wo der Besucher ihn braucht: nach dem ersten Leistungsabschnitt, nach einem Referenzprojekt, am Ende eines Blog-Artikels. Er sagt konkret, was passiert: «Kostenloses Erstgespräch buchen», «Offerte anfragen», «Jetzt Termin vereinbaren».

Formulierungen wie «Nehmen Sie Kontakt auf» oder «Wir freuen uns auf Ihre Nachricht» klingen höflich – aber sie beschreiben keinen nächsten Schritt. Der Besucher muss selbst überlegen, was er tun soll. Das ist Reibung. Und Reibung kostet Conversions.

3. Das Formular verlangt zu viel

Jedes zusätzliche Pflichtfeld in einem Kontaktformular senkt die Ausfüllrate. Name, E-Mail, Betreff, Nachricht, Telefon, Unternehmen, Budget, Projektzeitraum – solche Formulare sehen intern nützlich aus, wirken auf den Besucher aber wie ein Bewerbungsformular.

Die Faustregel: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Ein Formular mit drei Feldern (Name, E-Mail, kurze Nachricht) wird öfter ausgefüllt als eines mit acht. Den Rest klärt man im ersten Gespräch.

4. Die mobile Erfahrung funktioniert nicht

Ein Layout, das auf dem Desktop überzeugend aussieht, kann auf dem Smartphone zur Navigation-Katastrophe werden. Zu kleine Schrift, zu enge Abstände, Buttons, die sich nicht gut antippen lassen, Formulare, die den Bildschirm verschieben.

Das ist kein ästhetisches Problem – es ist ein Conversion-Problem. Wer auf dem Smartphone nicht schnell findet, was er sucht, verlässt die Seite. Und er kommt selten zurück.

5. Vertrauenssignale fehlen

Ein Besucher, der deine Website zum ersten Mal sieht, kennt dich nicht. Er hat keine Grundlage, um zu beurteilen, ob du lieferst, was du versprichst. Genau hier helfen Vertrauenssignale: Kundenstimmen, Referenzprojekte, Logos bekannter Kunden, Auszeichnungen, Zertifizierungen, Mitgliedschaften.

Viele Schweizer KMU unterschätzen das. «Unsere Qualität spricht für sich» – vielleicht. Aber ein Besucher sieht das erst, wenn er Kunde ist. Vorher braucht er andere Belege. Wer diese Belege auf der Website sichtbar macht, senkt die Hemmschwelle für eine Anfrage.

6. Du weisst nicht, wo die Besucher abspringen

Das ist der Punkt, der alle anderen Punkte erst lösbar macht. Ohne Tracking weiss niemand, welche Seite gut funktioniert und wo der Besucher die Website verlässt. Ohne Conversion Tracking weiss niemand, welcher Kanal Anfragen bringt und welcher nur Traffic.

Viele Schweizer KMU haben Google Analytics eingerichtet – aber keine Conversion-Ziele definiert. Das ist wie ein Fahrzeug mit Tacho, aber ohne Treibstoffanzeige: man sieht die Geschwindigkeit, aber nicht ob man ankommen wird.

Was konkret gebraucht wird: ein sauber eingerichtetes Tracking mit definierten Conversion-Zielen – Formular-Absendungen, Anrufe, Download-Klicks. Erst dann hat man die Daten, um Entscheide zu treffen statt Vermutungen anzustellen.

Was das für dein nächstes Website-Projekt bedeutet

Diese sechs Punkte sind keine Design-Fragen – sie sind Architektur- und Strategie-Fragen. Wer eine neue Website baut oder eine bestehende überarbeitet, sollte sie vor dem Launch beantwortet haben: Wo steht der CTA? Wie lang ist das Formular? Ist das Tracking eingerichtet? Wie sieht die Seite auf einem iPhone aus?

Bei INSOR prüfen wir diese Punkte systematisch – sowohl bei neuen Projekten als auch im Rahmen von Website-Audits für bestehende Auftritte. Wenn du das Gefühl hast, dass deine Website Potenzial hat, das noch nicht ausgeschöpft wird, melde dich für ein erstes Gespräch.

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Autor dieses Posts

Seit meiner Jugend bin ich tief in der IT- und Web-Welt verwurzelt – schon damals war für mich klar, dass dieses spannende Universum mein Zuhause ist. Vor 20 Jahren habe ich den Schritt gewagt und INSOR gegründet, die inzwischen auf acht kreative Köpfe angewachsen ist. Gemeinsam realisieren wir digitale Projekte, die unsere Kunden begeistern. Wenn ich mich mal nicht in Codezeilen verliere, findest du mich wahrscheinlich auf einem Wanderweg in den Schweizer Bergen oder unterwegs in den schönsten Ecken unseres Landes.

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