LEA-Zertifizierungs-App: Vom nativen iOS-Tool zur modernen Audit-Plattform
Kunde:
Verein LEA / ImmoQ GmbH
Branche:
Immobilien / Bauzertifizierung
Go-Live:
März 2022
Leistungen:
Web-App, Backend-Entwicklung, Hosting & SLA
Kunde:
Verein LEA / ImmoQ GmbH
Branche:
Immobilien / Bauzertifizierung
Go-Live:
März 2022
Leistungen:
Web-App, Backend-Entwicklung, Hosting & SLA
1'615 Wohnungen
über die App zertifiziert (Stand: Mai 2026)
613 Wohnungstypen
in 41 abgeschlossenen Projekten
-71%
eingesparte Kriterien LEA-Light
Der LEA-Standard ist der schweizweit anerkannte Zertifizierungsstandard für hindernisfreies und altersgerechtes Wohnen. Die Zertifizierung selbst wird von akkreditierten Zertifizierstellen durchgeführt, deren Auditoren Bauprojekte vor Ort auf Hunderte von Kriterien prüfen — von der Umgebungserschliessung über Gemeinschaftsbereiche bis hin zu einzelnen Wohnungstypen.
Für diesen Audit-Prozess existierte eine native iOS-App eines Drittanbieters. Diese hatte ihre Aufgabe erfüllt, war jedoch technisch in die Jahre gekommen. Ein notwendiges Upgrade wäre mit unverhältnismässig hohen Investitionen verbunden gewesen — unter anderem weil das eingesetzte Enterprise-Framework des Anbieters neue Anforderungen wie den ZIP-Dossier-Download schlicht nicht unterstützte. Gleichzeitig wuchs der Bedarf: Mehrere unabhängige Zertifizierstellen sollten künftig auf der gleichen Plattform arbeiten können, ohne gegenseitigen Datenzugriff. Der Verein LEA entschied sich deshalb, die Lösung von Grund auf neu zu entwickeln — und wandte sich an INSOR, mit dem bereits eine erfolgreiche Zusammenarbeit an der LEA-Planungs-App bestand.
Statt einer weiteren nativen App setzte INSOR konsequent auf eine Progressive Web App (PWA). Der Entscheid war strategisch: Eine webbasierte Lösung ist geräteunabhängig, einfacher zu warten und deutlich kostengünstiger im Unterhalt als eine native iOS-Applikation. Für den Verein LEA bedeutete das tiefere laufende Kosten und keine Abhängigkeit mehr von einem einzigen Betriebssystem.
Die App läuft als installierbare PWA auf Tablets und ist nach dem initialen Download vollständig offline nutzbar — ein zentrales Kriterium, da Auditoren regelmässig in Tiefgaragen, Kellern und Rohbauten arbeiten, wo kein zuverlässiges Mobilfunknetz verfügbar ist. Alle Projektdaten, Grundrisspläne und Kriterienbilder werden lokal auf dem Gerät zwischengespeichert und bleiben auch ohne Verbindung vollständig zugänglich.

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Ein typischer Audit beginnt nicht auf der Baustelle, sondern bereits im Büro: Der Auditor legt das Projekt an, erfasst Wohnungstypen, hinterlegt Dokumente wie Grundriss- und Stockwerkpläne und füllt standortbezogene Kriterien vorab aus — etwa die ÖV-Erreichbarkeit oder die Lageklasse.
Auf der Baustelle navigiert er sich dann strukturiert durch alle Bereiche: Äussere Erschliessung, Aussenraum, Gebäude und schliesslich die einzelnen Wohnungstypen. Jedes Kriterium wird als erfüllt, nicht erfüllt oder nicht beurteilbar bewertet. Fotos können direkt pro Kriterium aufgenommen und zugewiesen werden. Die Navigation ist farbcodiert — grün für abgeschlossene, rot für offene Bereiche — sodass der Auditor jederzeit den Überblick behält.
Ein zentrales Feature ist das Klonen von Bereichen: Kommt zum Beispiel eine Nasszelle in einer Wohnung mehrfach vor, wird diese geklont und dann für entsprechend zweimal auditiert. Das macht die App extrem flexibel.
Eine der technisch anspruchsvollsten Aufgaben war die Abbildung der Kriterienlogik. Kriterien können andere Kriterien aktivieren oder deaktivieren — wählt der Auditor in einem Raum beispielsweise eine Fenstertür aus, erscheinen automatisch die für Fenstertüren relevanten Kriterien, welche von zum Beispiel einer Schiebetür abweichen. Auch gibt es konditionale Abhängigkeiten, zum Beispiel punkto Breite einer Fenstertür: ist diese 85cm breit, erreicht der Audit eine höhere Zertifikatsstufe, als wenn diese nur 75cm breit ist. Solche Abfragen mit Einblendung von Unterkriterien existieren über mehrere Ebenen und müssen auch dann korrekt funktionieren, wenn das Gerät vollständig offline ist.
Hinzu kommt die LEA-Light-Funktion: Ist ein Bauherr ausschliesslich an einer Zertifizierung bis Stufe Silber interessiert, reduziert sich der Prüfumfang von 675 auf 198 Kriterien — eine Reduktion von über 70 Prozent. Das macht Audits für einfachere Projekte deutlich schlanker und schneller, ohne den Standard zu kompromittieren.
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Am Ende eines Audits übernimmt die App die gesamte Auswertung: Sie berechnet automatisch das erreichbare Zertifizierungslevel (Bronze, Silber, Gold oder Platin), prüft Ausschlusskriterien und weist auf noch nicht ausgefüllte Kriterien hin. Komplexe Sonderregeln — etwa dass eine einzige schwellenlose Fenstertür im gesamten Gebäude ausreicht, um eine globale Anforderung zu erfüllen — sind direkt in der Berechnungslogik hinterlegt.
Direkt auf dem Tablet generiert die App anschliessend die Zertifikatsdokumente als PDF: Zertifikat, Summary und Detailbericht — je Wohnung. Diese werden lokal gespeichert und nach dem Upload auf dem TYPO3-Backend als ZIP-Dossier pro Wohnungstyp abgelegt. Die zuständige Zertifizierstelle hat darauf sofortigen Zugriff, und kann das fertige Dossier so dem Kunden weitergeben.

ImmoQ GmbH ist ein Spin-off der ETH Zürich mit Sitz in Zürich und bewirtschaftet seit Anfang 2025 das LEA-Label. Der LEA-Standard ist der schweizweit anerkannte Zertifizierungsstandard für hindernisfreies und altersgerechtes Wohnen. Er richtet sich an Bauherren, Investoren und Immobilienentwickler, die nachhaltige und generationengerechte Wohnprojekte realisieren. Seit der Lancierung 2017 wurden über 2'100 Wohnungen nach LEA-Standard zertifiziert.
















